Freischuss (Freiversuch) im Jura Examen nicht bestanden

Hiobsbotschaft im Freischuss: Du bist nicht für die mündliche Prüfung zugelassen

Du hast Deinen Freischuss geschrieben und bekommst die Nachricht, dass Du nicht zur mündlichen Prüfung zugelassen wurdest. Es hat leider nicht gereicht. Du bist im ersten Versuch durchgefallen und konntest Dein Jurastudium (noch) nicht erfolgreich abschließen. Das ist zweifelsohne keine angenehme Situation für Dich. 

Du bist aber nicht alleine. In über 20 Jahren als juristisches Repetitorium haben wir schon unzähligen Studierenden, die sich in Deiner Situation befanden, zu einem erfolgreichen ersten Staatsexamen im regulären Versuch verholfen.

Daher möchte ich Dir im heutigen Artikel aufzeigen, wie Du Dich nach einem nicht bestandenen ersten Versuch auf das Staatsexamen vorbereiten solltest, um am Ende erfolgreich zu sein!

Inhaltsverzeichnis Freischuss

I. Was passiert, wenn Du im Freischuss durchfällst?

Bevor ich Dir konkrete Hilfestellungen für die Vorbereitung auf Deinen nächsten Versuch gebe, möchte ich kurz darauf eingehen, was das Nichtbestehen für rechtliche und mentale Auswirkungen mit sich bringt.

1. Was gilt prüfungsrechtlich, wenn Du durchgefallen bist?

Im Grunde passiert „nichts“. Wenn Du den Freiversuch in Jura nicht bestehst, wird er annulliert.

Prüfungsrechtlich wirst Du grds. so behandelt, als hättest Du Dich bisher noch nicht am ersten Staatsexamen versucht. Daher hast Du jetzt noch zwei Versuche: den regulären Versuch und den Wiederholungsversuch.

Du kannst also ganz normal (und in den meisten Bundesländern ohne zeitliche Beschränkung bei der Meldefrist) zum „Normalversuch“ antreten.

In vielen Bundesländern (z.B. Berlin und Brandenburg) ist es allerdings so geregelt, dass der Verbesserungsversuch nur bei einem bestandenen Freischuss möglich ist.

In anderen Bundesländern (z.B. NRW) ist hingegen auch ein Verbesserungsversuch nach Nichtbestehen des Freiversuches möglich.

Dazu folgendes Beispiel:

Jurastudent J schreibt seinen Freischuss mit und fällt durch. Anschließend meldet er sich zum regulären Versuch und besteht diesen. Weil er nur ein „Ausreichend“ erreicht hat, möchte er sich verbessern.

Im Bundesland Berlin ist dies leider nicht möglich. Hier wird ein Notenverbesserungsversuch nur gewährt, wenn man den Freischuss bestanden hat. In NRW hingegen darf J einen Verbesserungsversuch wahrnehmen (natürlich unter Einhaltung der betreffenden Fristen).

Hinweis: Wenn Dir eine Notenverbesserung offensteht, beachte, dass die Meldung für den Verbesserungsversuch immer fristgerecht erfolgen muss.

2. Welche psychologischen Auswirkungen hat ein Durchfallen im Freiversuch?

Das hängt stark von der eigenen Persönlichkeit ab. Manche stecken den Misserfolg ohne Weiteres weg. Wiederum andere, nach unserer Erfahrung insbesondere diejenigen, die sich gründlich auf den Freiversuch vorbereitet haben, bekommen Selbstzweifel. Warum habe ich nicht bestanden, obwohl ich mich ein ganzes Jahr vorbereitet habe?

Aber Kopf hoch: „Wo eine Tür zugeht, geht eine andere wieder auf.“ Was hättest Du davon gehabt, wenn Du Deinen Freiversuch so gerade eben mit vier bis fünf Punkten bestanden hättest? Nicht viel. Du hättest sicherlich den Verbesserungsversuch wahrgenommen.

Die „andere Tür“ kann insbesondere darin bestehen, Deinen nächsten Versuch besser und vor allem strukturierter anzugehen. Am Ende kannst Du dann ggf. eine Examensnote erzielen, die mehr als lediglich ein „Bestehen“ mit „ausreichend“ ist.

Wir können aus unserer über 20-jährigen Erfahrung als juristisches Repetitorium berichten: Viele Studierende haben nach einem missglückten Freiversuch und einer anschließenden dezidierten Examensvorbereitung ein vollbefriedigendes Examen (Prädikat) erzielt.

Lesetipp: Sofern Du Dein Examen noch gar nicht geschrieben hast, sondern diesen Artikel zur Beantwortung der Frage „Freischuss ja oder nein?“ liest, empfehle ich Dir folgenden Beitrag: Solltest Du den Freiversuch wahrnehmen?

II. Warum bist Du in der ersten juristischen Prüfung durchgefallen?

Diese Frage führt uns gleich zum nächsten – wichtigen – Thema. Der Analyse des IST-Zustandes.

1. Die Gründe: Sei hart und ehrlich in Deiner Analyse

Bevor Du mit der Examensvorbereitung auf Deinen nächsten Versuch beginnst, ist es absolut elementar, dass Du die Gründe für den Misserfolg dezidiert aufarbeitest!

Andernfalls besteht die akute Gefahr, dass Du dieselben Fehler auch im regulären Prüfungsversuch des ersten Examens wiederholst und ein erneutes Nichtbestehen droht.

Offensichtlich ist das Resultat des Nichtbestehens auf eine mangelhafte Vorbereitung auf die Prüfung zurückzuführen. Dies hat nichts mit fehlender Intelligenz zu tun! Sei also ehrlich zu Dir selbst und geh mit Dir ins Gericht. Was hast Du falsch gemacht?

Es macht keinen Spaß, sich mit den eigenen Fehlern auseinanderzusetzen. Jedoch ist dieser Schritt absolut notwendig, bevor Du mit der Vorbereitung auf den nächsten Versuch beginnst.

2. Einsichtnahme in die korrigierten Klausuren beim Prüfungsamt

Zur Analyse dessen, was bisher falsch gelaufen ist, gehört auch eine sorgfältige Analyse der Examensklausuren. Du solltest auf jeden Fall Einsicht beim JPA nehmen und Dir Deine Klausuren kopieren.

Sodann solltest Du Dir die Voten der Korrektoren gründlich durchlesen und Dir Deine Fehler herausschreiben. Mit diesen Fehlern musst Du Dich dann in der weiteren Examensvorbereitung dezidiert auseinandersetzen, damit sie Dir nicht mehr passieren.

Mitunter zeichnen sich schon an dieser Stelle typische Fehler ab, die es zu beseitigen gilt. Häufige Fehler sind die folgenden:

  • Sachverhalt und Bearbeitervermerk nicht richtig beachtet
  • Fehlender Normbezug der Ausführungen
  • Schlechte Struktur, keine saubere Anwendung der Prüfungsschemata
  • Kopflastigkeit der Klausur/nicht fertig geworden
  • Keine Schwerpunktsetzung oder erkennbare Gliederung
  • Kein oder schlechter Gutachtenstil
  • Schlechte Schrift

3. Bestreite einen neuen Weg

Es muss Dir nun klar sein, dass Du für den zweiten Versuch einen neuen Weg beschreiten musst.

Das soll natürlich nicht heißen, dass Du bisher alles falsch gemacht hast. Schließlich hast Du schon viele Semester des Jurastudiums und sämtliche Scheine geschafft. Dennoch muss Dir bewusst sein, dass Deine bisherige Examensvorbereitung leider die falsche war. Daher solltest Du einige entscheidende Stellschrauben ändern.

Unsere über 20-jährige Erfahrung zeigt, dass es den meisten Studenten, die im Freischuss durchgefallen sind, an einer guten Klausurpraxis gefehlt hat:

Entweder wurden nicht genügend Übungsklausuren verfasst oder man hat sich nicht dezidiert mit den korrigierten Klausuren auseinandergesetzt. Eine schlechte Klausur mit 2–3 Punkten einfach wegzulegen, ist ein elementarer Fehler.

Aus Deinen Fehlern in der Examensvorbereitung kannst Du nämlich viel Positives mitnehmen. Nur wenn Du Dich mit ihnen aktiv auseinandersetzt, werden sie Dir dann, wenn es darauf ankommt, nicht mehr passieren.

Natürlich sind auch andere Gründe für das Durchfallen möglich. Diese sind nach unserer Erfahrung aber meistens bloße „Nebenkriegsschauplätze“.

Hinweis: War Deine Prüfungsangst ein Grund für das Nichtbestehen, dann ist es notwendig, dass Du diese vor Deinem nächsten Versuch angehst.

Freischuss (Freiversuch) im Jura Examen nicht bestanden

III. Wann solltest Du Dich erneut zum Staatsexamen anmelden?

Dann, wenn Du optimal vorbereitet bist.

Anders als beim Erstversuch, der ein Freischuss (ohne Risiko) war, geht es bei diesem nächsten Versuch nun „um alles“. Also schreibe nicht einfach gleich im nächsten Durchgang „auf gut Glück“ mit.

Ein Semester mehr oder weniger Studium fällt letztlich nicht bzw. kaum ins Gewicht. Wenn Du später gute Noten im Examen, vielleicht sogar ein Prädikatsexamen, vorzuweisen hast, fragt Dich niemand nach der Länge Deines Jurastudiums. Bei der Einstellung zu Deinem Traumjob, z.B. in der Justiz oder in einer internationalen Kanzlei, wirst Du Dich dann gegenüber Kandidaten mit einem schnelleren Studium, aber schlechteren Noten, immer durchsetzen.

Außerdem hast Du bisher ohnehin schneller studiert als die Regelstudienzeit! Sonst hättest Du den Freiversuch, für den man sich in den meisten Bundesländern (ohne Meldefristverlängerung) bis Ende des achten Semesters anmelden muss, nicht schreiben dürfen.

Wann ist dieser Zeitpunkt erreicht?

Sobald Du in den Übungsklausuren durchgehend gute Ergebnisse schreibst. Sofern Du also z.B. ein VB anstrebst, solltest Du in Deinen Probeklausuren im Durchschnitt auf über 9 Punkte kommen.

IV. Ratschläge und Tipps: Wie sollte Deine weitere Examensvorbereitung aussehen?

Kommen wir nun zum bedeutsamsten Punkt dieses Artikels – der Frage, wie Du Dich nun richtig auf Deinen Zweitversuch vorbereitest.

Checkliste: Vorbereitung auf den 2. Versuch

1. Erstelle einen Lernplan für den zweiten Versuch des Jura Examens

Der erste Schritt hin zu einem erfolgreichen Zweitversuch ist ein dezidierter Lernplan für die gesamte weitere Examensvorbereitung.

Wenn Du durch den Freischuss gefallen bist, darfst Du auf keinen Fall in blinden Aktionismus verfallen.

Ohne einen gut strukturierten Lernplan wird es schwierig, den Überblick über den gesamten Stoff zu behalten. Die Menge an Stoff, die Du für das Examen beherrschen musst, ist enorm.

Mit einem Lernplan kannst Du Deine Tage, Wochen, Monate und das ganze Jahr strukturiert organisieren. Auch ist es unerlässlich, Pausen zur Regeneration einzuplanen. Die Examensvorbereitung ist kein Sprint, sondern ein Marathon! Einfach nach dem Motto „Viel hilft viel“ drauflos lernen, ist daher keine gute Idee.

Wie man einen dezidierten Lernplan für die Examensvorbereitung erstellt, ist ein komplexes Thema. Daher haben wir für Dich dazu einen eigenen Artikel verfasst, den ich an dieser Stelle verlinke: Jura Lernplan richtig für das 1. Examen erstellen. Geheimnisse und Tricks

2. Psyche und mentale Gesundheit

Falls Du schon vor dem ersten Versuch mit Prüfungsversagensangst zu kämpfen hattest, ist jetzt der Zeitpunkt, diese anzugehen. Aber auch, wenn Du Dich zuvor mental fit gefühlt hast, stellt das Durchfallen im Examen im Freiversuch zweifelsohne für jeden Jurastudierenden eine große psychische Belastung dar.

Wenn Du Dir dessen bewusst bist, hast Du schon den ersten Schritt zur Besserung beschritten.

Tipp: Für Prüfungs- und Versagensangst muss man sich nicht schämen. Diese ist unter Jurastudenten sehr weit verbreitet. Auch viele derjenigen, die im ersten Anlauf bestanden haben, hatten zuvor schlaflose Nächte. Daher scheue Dich nicht, Dir professionelle Hilfe mit Jura Einzelunterricht zu holen.

Unsere Dozenten haben viel Verständnis und Erfahrung mit Prüfungsangst. Sie helfen Dir gerne dabei, die Angst vor dem Examen in den Griff zu bekommen. Auch das ebenso weit verbreitete Prokrastinieren ist im Einzelunterricht schnell passé, denn im Gegensatz zur Großgruppe kannst Du nicht einfach untertauchen oder Deine Übungsklausuren nicht mitschreiben.

3. Hast Du die richtigen Lernmaterialien?

Schon die Auswahl der richtigen Lernmaterialien ist eine wichtige Weichenstellung für eine erfolgreiche Vorbereitung. Hierbei sollte man zwischen der Wissensanflutung, der Wissensanwendung und der Wiederholung unterscheiden.

Wissensanflutung
Wissensanswendung
Wiederholung

a) Mit welchen Lernmaterialien kann ich am besten neues Wissen erlernen?

Dabei sind klausurorientierte Skripte den oftmals zu abstrakten Lehrbüchern in der Regel vorzuziehen.

Warum ist dies der Fall?

Die erste juristische Prüfung ist keine Wissensprüfung (wie z.B. Multiple-Choice), sondern eine Verständnisprüfung. Du musst einen Sachverhalt, der Dir mitunter sogar unbekannt sein wird, mithilfe Deines juristischen Handwerkskoffers vertretbar lösen. Daher solltest Du schon beim Erlernen des Stoffes auf klausurorientierte Lernmaterialien, also Skripte, setzen.

Lehrbücher sind außerdem oftmals zu umfangreich. Du hast für Deine Vorbereitung nicht ewig Zeit und kannst daher zu den über 20 einzelnen Rechtsgebieten nicht jeweils ein Lehrbuch mit 400 bis 500 Seiten lesen.

Das heißt natürlich nicht, dass Lehrbücher schlecht wären. Sie sind insbesondere gut, um etwas nachzuschlagen, was Du nicht richtig verstanden hast.

b) Warum sollte ich mein Wissen anhand von Fällen und Klausuren anwenden?

Das erlernte Wissen musst Du anhand von Fällen und Klausuren anwenden, um Dich gezielt auf das Examen vorzubereiten.

Denn im Examen schreibst Du praktische Klausuren. Und nur beim Lösen von Fällen und Klausuren erlernst Du wichtige Fähigkeiten wie Klausurtaktik und Schwerpunktsetzung. Ohne diese Fähigkeiten ist es kaum möglich, eine Klausur im Prädikatsbereich zu schreiben.

c) Welche Lernmaterialien eignen sich zur Wiederholung?

Ohne Wiederholung kein erfolgreiches Examen! Wenn Du nicht regelmäßig wiederholst, hast Du das Erlernte schon nach wenigen Wochen vergessen. 

Zum Wiederholen eignen sich vor allem selbstgeschriebene Karteikarten und Übersichten. Selbstgeschrieben deshalb, weil das Selberschreiben lernpsychologisch einen höheren Effekt hat als das bloße „Konsumieren“ von gekauften Karteikarten. Je mehr Kanäle Du beim Lernen ansprichst, desto effektiver lernst Du und desto gefestigter ist Dein Langzeitgedächtnis. Hierzu kannst Du auch sehr gut auf Jura Lernvideos, wie sie z.B. der Kraatz Club bietet, zurückgreifen.

Außerdem solltest Du auch Deine bereits geschriebenen Übungsklausuren regelmäßig wiederholen. Diesen Punkt werde ich an späterer Stelle des Artikels noch einmal aufgreifen.

d) Übersicht zu den unterschiedlichen Lernmaterialien

Lernstadium

Empfohlene Lernmaterialien

Wissen erlernen

– Skripte

Wissen anwenden

– Probeklausuren schreiben

– Fallbücher

Wissen wiederholen

– selbstgeschriebene Karteikarten

– Lernvideos

– geschriebene Klausuren wiederholen

4. Schreibe Übungsklausuren

Deine erneute Examensvorbereitung sollte das Schreiben von Übungsklausuren in den Mittelpunkt stellen. Diese sind der Schlüssel zum Erfolg.

a) Warum ist das Schreiben von Probeklausuren elementar?

Ich vergleiche die Notwendigkeit des Klausurenschreibens gerne mit dem Schwimmtraining. Nur mit theoretischen Grundlagen aus Büchern über das Schwimmen wirst Du es niemals erlernen. Auch bloße Trockenübungen am Beckenrand werden nicht ausreichen. Du musst (leider) ins kalte Wasser springen. Nur so lernst Du, wie Du Dich im Wasser (also in der Examensklausur) richtig verhalten musst. Es kommt von rechts eine Welle, von links, von hinten und von vorn. Die Fähigkeiten, um damit fertig zu werden, lernst Du nur im Wasser. 

Und so ist es auch mit dem Klausurenschreiben. Du musst Probeklausuren unter realen Examensbedingungen schreiben (5 Stunden, keine unzulässigen Hilfsmittel), um Dich zu verbessern.

b) Wie viele Übungsklausuren solltest Du schreiben?

Im Grundsatz gilt schon die Aussage: „Ein Mehr an Klausuren bringt mehr Erfolg“. Jedoch kannst Du Dein Erfolgswachstum steigern, wenn Du mehr auf Qualität setzt als auf die schiere Menge an Klausuren. Wie schon eingangs gesagt, solltest Du nicht in einen blinden Aktionismus verfallen.

In der Regel solltest Du ca. 40–60 Klausuren unter realen Bedingungen ausschreiben. Die Anzahl kann jedoch je nach den Gründen für das Durchfallen im Freischuss und individuellen Stärken und Schwächen abweichen.

Lerntipp

Neben dem kompletten Schreiben von Examensklausuren solltest Du auch regelmäßig weitere Klausuren per Lösungsskizze lösen. So kannst Du Deinen Lernerfolg weiter steigern.

c) Wie schreibe ich eine Prädikatsklausur?

Die Frage, wie man exzellente Klausuren schreibt, ist eine umfassende Materie. Deshalb haben wir für Dich einen eigenen, ausführlichen Artikel hierzu erstellt: Jura Klausuren erfolgreich schreiben

Um Dich hinsichtlich häufiger Fallstricke und Fehler zu sensibilisieren, haben wir für Dich folgenden Artikel: 5 typische Fehler in Jura Klausuren

5. Setze Dich mit der Korrektur Deiner Klausuren auseinander

Lege Deine geschriebenen Übungsklausuren nicht vorschnell beiseite, auch wenn sie schlecht ausgefallen sind.

a) Wie arbeitest Du Deine korrigierten Übungsklausuren richtig nach?

Notwendig ist nicht nur das Klausurenschreiben, sondern auch deren Nachbearbeitung. Wenn Du Dich nachher nicht mit Deinen Fehlern auseinandersetzt, lernst Du nicht aus ihnen. Auch besteht die Gefahr, dass Du später dieselben Fehler erneut machst. 

Am effektivsten ist dies, wenn Dein persönlicher Dozent mit Dir im Jura Einzelunterricht die komplette korrigierte Klausur bespricht und Du sofort Nachfragen stellen kannst. 

Sofern Du einen normalen Klausurenkurs, z.B. an Deiner Uni, gebucht hast, bietet es sich an, die Korrekturen wie folgt nachzubearbeiten: 

  • Votum lesen und Überblick verschaffen
  • Systematische Fehleranalyse (Hauptteil): Eigenes Gutachten parallel zur Lösungsskizze lesen; Abweichungen identifizieren: Wo bist Du anders abgebogen und warum?
  • Formale Qualität prüfen: Habe ich den Gutachtenstil sauber und sinnvoll angewendet? Habe ich am Gesetz mit ausreichend Normbezug gearbeitet? Wie waren meine Schrift und mein äußerer Aufbau?
  • Fehler nacharbeiten: Unbekannte und falsch gelöste Probleme nacharbeiten mit einem guten Skript.
  • Abschluss und Transfer (wichtig!): Fehler herausschreiben (z.B. auf Karteikarten oder in ein Worddokument); Learnings der Klausur zusammenfassen; sofern Du mit Karteikarten arbeitest, diese um in der Klausur gelernte Inhalte ergänzen; auch Positives festhalten (gut für die Motivation)

b) Auf die Qualität der Korrektur kommt es an

Es ist nicht ausreichend, wenn nur ein einzelner Haken oder ein knapper Kommentar vom Korrektor abgegeben wird.

Du benötigst einen ausführlichen Korrekturbogen, der Dir genau aufzeigt, wie die einzelnen Punkte erreicht werden – und vor allem, warum Du einzelne Punkte nicht bekommen hast.

Nur auf diese Weise ist es möglich, zu verstehen, an welchen Stellen genau sich Deine Fehler befinden und auf welche Weise Du sie in der Zukunft vermeiden kannst.

Auch ist es wichtig, dass Du die korrigierte Klausur zeitnah wiederbekommst. Nach mehreren Wochen (wie an manchen Universitäten leider üblich) hast Du in der Regel die Klausur wieder vergessen.

Diese Gesichtspunkte solltest Du bei der Wahl Deines Klausurenkurses im Blick behalten.

6. Wiederholen, Wiederholen und nochmals Wiederholen

„Repetitio est mater studiorum“ (Wiederholen ist die Mutter der Studien).

Das gilt nicht nur für das Lernen der jeweiligen prüfungsrelevanten Rechtsgebiete, die Du in festen Zeitabständen wiederholen musst, sondern auch für das wiederholte Anschauen und Rekapitulieren Deiner bereits geschriebenen Übungsklausuren.

Beim Erstellen Deines Lernplans solltest Du Dir daher entsprechende Wiederholungseinheiten fest einplanen.

7. Dein Umfeld einbeziehen

Du musst auch Dein privates Umfeld einbeziehen. Wichtig ist es, Deinen Freunden und Deiner Familie zu erklären, dass Du während der Examensvorbereitung nicht ständig greifbar bist.

Auch gilt es, private Konflikte nach Möglichkeit zu reduzieren. Du benötigst jetzt Deine volle Konzentration und Aufmerksamkeit für Dein Examen.

8. Mindset

Eine optimistische Grundhaltung und beharrliche Ausdauer sind die Schlüsselfaktoren, die den Erfolg im Studium der Rechtswissenschaften maßgeblich beeinflussen.

Du solltest Dich von Rückschlägen (die wird es während der weiteren Examensvorbereitung geben, was ganz normal ist!) nicht demotivieren lassen. Habe Dein Ziel stets im Blick und halte durch.

9. Weitere Faktoren

Die Examensvorbereitung in Jura ist ein Vollzeitjob. Daher solltest Du nur so wenig wie notwendig im Nebenjob arbeiten. Am besten ist es, wenn Du gar nicht nebenbei arbeitest (sofern das finanziell möglich ist).

Auch solltest Du eine produktive Lernumgebung für Dich schaffen. Wo lernst Du besser? Zu Hause oder in der Bibliothek? Vergiss auch nicht, regelmäßige Pausen einzuplanen, um Deine Konzentration den Tag über hochzuhalten.

Außerdem solltest Du die Auswirkungen von guter Ernährung und ausreichend Schlaf beachten. Wenn Du z. B. mittags immer bei den frittierten Gerichten in der Mensa zulangst, wirst Du Dich wundern, wie viel mehr Energie Du mit einem ausgewogenen Mittagessen bekommst. Die Vorbereitung auf die Prüfung ist nämlich kein Sprint, sondern ein Marathon.

10. Professionelle Hilfe: Du willst sicher bestehen und strebst vielleicht sogar ein Prädikat an?

Am sichersten wirst Du Deinen zweiten Versuch mithilfe unseres effektiven Jura Einzelunterrichts bestehen. Auch wenn Du Deinen regulären Versuch jetzt optimal angehen willst und ein Prädikatssexamen anstrebst, ist die Kraatz Group Deine beste Wahl.

In über 20 Jahren Erfahrung als führendes Einzelrepetitorium haben wir schon unzähligen Studenten, die sich in Deiner Situation befanden, zu einem erfolgreichen Staatsexamen verholfen. Schau Dir auch gerne Erfahrungsberichte ehemaliger Teilnehmer an.

Übrigens hört nach dem Bestehen Deines ersten Staatsexamens unser Hilfsangebot nicht auf. Gerne begleitet Dich unsere Assessor Akademie im Referendariat hin zu einem erfolgreichen zweiten Staatsexamen.

Warum ist der Jura Einzelunterricht Deine beste Wahl?

Jura Einzelunterricht bei der Kraatz Group ist so treffsicher, weil Du hier eine individuelle Betreuung bekommst, bei der Deine persönlichen Stärken und Schwächen analysiert werden und gemeinsam mit einem erfahrenen Dozenten ein maßgeschneiderter Lernplan entwickelt wird. Dieser ist genau auf Deinen aktuellen Stand und Deine Ziele abgestimmt.

Gerade nach einem nicht bestandenen Versuch ist es entscheidend, dass jede Klausur schnell von einem Fachdozenten korrigiert und im Detail besprochen wird, sodass Du sofort und gezielt aus Deinen Fehlern lernst.

Dadurch, dass Du im Einzelunterricht die volle Aufmerksamkeit eines erfahrenen Dozenten hast, kannst Du gezielt an Deinen Problemfeldern arbeiten und die Prüfungsanforderungen sicherer und selbstbewusster meistern.

Vorteile Deines Jura Einzelunterrichtes

V. Fazit – mit der richtigen Vorbereitung gelingt Dir Dein Examen im regulären Versuch

Im Freischuss durchzufallen, ist kein angenehmes Erlebnis. Aber Kopf hoch: Dir stehen jetzt noch zwei weitere Versuche offen! Die Karten werden neu gemischt.

Mit der richtigen Vorbereitung wirst Du deutlich besser abschneiden und am Ende Deine Traumnote erreichen. Gerne stehen wir Dir dabei zur Seite. Unsere erfahrenen Dozenten, von denen einige sogar über langjährige Prüfererfahrung an diversen Justizprüfungsämtern verfügen, werden Dir gemeinsam den Weg zum Erfolg zeigen. Nimm gerne Kontakt mit uns auf.

RA Mario Kraatz

Gründer und Geschäftsführer der Kraatz Group

Dr. Robert König

Mitgeschäftsführer Jura Essentials Verlag

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Unsere Unterrichtsangebote

Wir hoffen, Dir für Dein Studium oder Dein Referendariat hilfreiche Inhalte (Content) bereitgestellt zu haben. Wenn auch Du Dir auf dem Weg hin zum 1. Staatsexamen und dem 2. Staatsexamen den entscheidenden “Kick” nach vorne geben möchtest, informiere Dich hier gerne weiterführend über unsere Angebote.

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Die Akademie Kraatz ist eines der führenden Jura Repetitorien in Deutschland. Seit über 20 Jahren bereiten wir Jurastudenten und in Kooperation mit der Assessor Akademie Kraatz und Heinze GbR auch Referendare mithilfe von Einzelunterricht und Kleingruppenunterricht erfolgreich auf alle relevanten Prüfungen vor.

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