Wie Jura lernen? Lerntipps für ein erfolgreiches Jurastudium & Examen

Jura lernst Du nicht erfolgreich, indem Du möglichst viele Stunden am Schreibtisch absitzt oder Lehrbücher auswendig lernst.

Entscheidend ist ein System: ein realistischer Lernplan, die sichere Arbeit mit dem Gesetz, aktive Lernmethoden, passende Lernmaterialien und frühes Klausurtraining.

Genau darum geht es in diesem Artikel. Du erfährst, wie Du Dein Jura Lernen so strukturierst, dass aus abstraktem Wissen echte Klausurkompetenz wird – vom ersten Semester bis zur Examensvorbereitung.

Denn am Ende zählt nicht, wie viel Du gelesen hast, sondern ob Du Dein Wissen in der Klausur sicher anwenden kannst.

Das erwartet Dich in diesem Artikel

I. Warum ist ein Lernplan unerlässlich?

Ein guter Lernplan ist im Jurastudium mehr als eine bloße To-do-Liste. Er hilft Dir, den Stoff nicht nur kurzfristig vor der Klausur in Dich hineinzupressen, sondern kontinuierlich und mit System zu lernen.

Gerade im Jurastudium ist das entscheidend, weil Du nicht nur einzelne Inhalte auswendig können musst, sondern Schritt für Schritt juristisches Denken, Falllösungstechnik und Klausurkompetenz aufbaust.

Wie erstelle ich einen effektiven Lernplan für Jura?

Dein Lernplan muss zu Dir passen. Plane nicht abstrakt nach Idealvorstellungen oder übernimm einen 0815-Lernplan aus dem Internet, sondern erstelle einen individuellen Lernplan. Dieser muss sich nach Deiner tatsächlichen Leistungsfähigkeit, Deiner individuellen Art zu lernen, Deinen Verpflichtungen und Deinem Alltag richten.

Setze Dir klare Tages-, Wochen- und Semesterziele, aber bleib flexibel. Wenn Du merkst, dass ein Plan dauerhaft nicht funktioniert, ist das kein Scheitern, sondern Teil des Lernens im Studium. Dann ist es ein Zeichen dafür, dass Du Deinen Lernplan realistischer und wirksamer anpassen musst.

Lesetipp: Wie erstellst Du einen guten Lernplan? Dazu haben wir einen eigenen Artikel für Dich verfasst: Lernplan für Dein Jurastudium

II. Warum sind Gesetzestexte die Grundlage des Jura Lernens?

Gesetzestexte sind im Jurastudium nicht irgendein Lernmaterial, sondern die Grundlage Deiner gesamten juristischen Arbeit. Deshalb widme ich ihnen auch einen eigenen Abschnitt.

Warum? Weil das Gesetz in der Klausur Dein wichtigstes und in vielen Prüfungen zugleich einziges Hilfsmittel ist. Du kannst Dich im Examen nicht auf Lehrbücher, Skripte oder Karteikarten verlassen. Du musst mit dem arbeiten, was vor Dir liegt: dem Sachverhalt und dem Gesetzestext.

Deshalb solltest Du von Anfang an lernen, Normen genau zu lesen, ihren Aufbau zu verstehen und Dich im Gesetz sicher zu orientieren.

Hinzu kommt: Prüfer wollen keine auswendig gelernten Besinnungsaufsätze lesen. Sie wollen sehen, dass Du den Fall aus dem Gesetz heraus löst. Genau darin liegt der Kern juristischer Klausurtechnik.

Mehr dazu findest Du in unserem Beitrag zur Arbeit mit Gesetzestexten.

III. Lernmethoden & Lerntechniken: So erschließt Du Dir den Lernstoff effizienter

Nicht die Quantität, sondern die Qualität des Lernens entscheidet!

Im Jurastudium (und erst recht in der Examensvorbereitung) entscheidet nicht die bloße Anzahl der Lernstunden, sondern die Qualität Deines Lernens.

Du kannst zehn Stunden pro Tag lernen und am Ende trotzdem kaum Fortschritte machen, wenn Du unkonzentriert liest, Dich ständig ablenken lässt oder nur Stoff konsumierst.

Entscheidend ist, dass Du aktiv und qualitativ lernst. Nicht die Frage „Wie lange habe ich gelernt?“ bringt Dich weiter, sondern die Frage:

„Was habe ich heute wirklich verstanden, angewendet und verbessert?“

1. Lerntechnik: Wie vermeide ich Ablenkungen beim Lernen?

Ablenkungen beim Lernen vermeidest Du am besten so:

  • Handy: Lege Dein Handy außer Reichweite oder schalte es während Deiner Lernblöcke komplett aus.
  • Lernzeiten: Arbeite mit festen Lernzeiten und klaren Pausen, statt ständig zwischen Lernen und Ablenkung zu wechseln.
  • Arbeitsplatz: Räume Deinen Arbeitsplatz so auf, dass dort nur das liegt, was Du für die aktuelle Lerneinheit brauchst.
  • Arbeit am Laptop: Schließe alle unnötigen Tabs, Programme und Messenger, bevor Du mit dem Lernen beginnst.
  • Setze immer Lernziele: Setze Dir für jede Lerneinheit ein konkretes Ziel, z. B. eine Lösungsskizze, zehn Karteikarten oder die Nachbereitung einer Klausur. Arbeite Deinen Lernplan dann konsequent ab.

2. Aktives Lernen als Lernmethode: Beteilige Dich, wo immer es geht

Ein wichtiger Grundsatz für ein erfolgreiches Jurastudium lautet: Verhalte Dich nicht passiv, sondern werde aktiv.

Jura lernst Du nicht nur dadurch, dass Du in der Vorlesung sitzt und mitschreibst. Du lernst vor allem dann, wenn Du aktiv mitdenkst, Fragen stellst und Dich traust, juristische Probleme laut zu formulieren.

Wenn Du eine Erklärung des Professors nicht verstehst, frage nach. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von echtem Interesse. Du störst den Professor damit nicht. Es ist gerade seine Aufgabe, den Stoff verständlich zu erklären und Fragen der Studierenden zu beantworten.

Und oft wirst Du merken: Die Frage, die Du Dich kaum zu stellen traust, haben viele andere im Raum ebenfalls.

Außerdem trainierst Du dadurch von Anfang an eine zentrale Fähigkeit aller Juristen: juristische Gedanken verständlich, präzise und vor anderen zu formulieren.

Das kostet die eine oder den anderen am Anfang Mut. Keine Frage. Aber genau dieser Mut zahlt sich langfristig aus – in der AG, in der mündlichen Prüfung und später im Beruf.

Kraatz-Tipp: Gründe eine Lerngruppe

Auch eine Lerngruppe kann Dir dabei sehr helfen. Dort kannst Du Dich mit Kommilitonen austauschen, unterschiedliche Lösungswege kennenlernen und Unsicherheiten offen ansprechen. Gerade schwierige Rechtsfragen werden oft klarer, wenn man sie gemeinsam diskutiert.

Zugleich motiviert eine gute Lerngruppe, dranzubleiben:

„Geteiltes Leid ist eben halbes Leid.“

3. Warum solltest Du Vorlesungen selektieren?

Weil die Qualität des Lernens der entscheidende Punkt ist!

Vorlesungen können im Jurastudium viel Zeit beanspruchen, ohne für jeden Studierenden gleichermaßen hilfreich zu sein.

Nicht alle Professoren verfügen über eine didaktische Ausbildung oder bereiten den juristischen Stoff besonders anfänger- und klausurorientiert auf.

Zudem unterscheiden sich die Schwerpunkte: Während manche großen Wert auf die Lehre legen, konzentrieren sich andere stärker auf Forschung oder gutachterliche Tätigkeiten.

Was Vorlesungen selten leisten:

Entscheidend ist der konkrete Nutzen für Deine Klausurvorbereitung.

Wenn eine Vorlesung überwiegend abstrakt bleibt und Dir weder beim Verständnis noch bei der Fallbearbeitung hilft, kannst Du Deine Lernzeit mit Skripten und Fällen möglicherweise effektiver einsetzen.

Kraatz-Tipp:

Besuche zu Beginn alle Vorlesungen und Veranstaltungen für Erstsemester, um einen Überblick über das Angebot Deiner Uni und die entsprechenden Rechtsgebiete zu erhalten.

Nach etwa vier Wochen ist es ratsam, eine erste kritische Bilanz zu ziehen und zu überlegen, welche Veranstaltungen Dir einen Nutzen bringen.

Wähle nur wenige Veranstaltungen pro Semester aus, bei denen der Dozent den Stoff verständlich und klausurbezogen erklärt und Dich motiviert.

4. Nutze wissenschaftliche Lernmethoden, die zu Deinem Lerntyp passen

Mein Tipp: Probiere unterschiedliche Lernmethoden aus und finde heraus, mit welchen Methoden Du bestimmte Lernziele am besten erreichst.

Gerade am Anfang des Jurastudiums reicht es nicht, einfach nur möglichst lange am Schreibtisch zu sitzen. Entscheidend ist, dass Du früh lernst, wie Du juristischen Stoff sinnvoll aufnimmst, wiederholst und langfristig behältst.

Denn Jura ist kein Fach, das Du kurz vor der Klausur einfach „auswendig lernen“ kannst. Du musst Strukturen verstehen, Definitionen abrufen, Probleme erkennen und Dein Wissen später im Fall anwenden können.

Außerdem baut alles aufeinander auf und im 1. Staatsexamen musst Du den gesamten Lernstoff parat haben. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu vielen anderen Studienrichtungen.

Deshalb lohnt es sich, schon in den ersten Semestern verschiedene Lernmethoden auszuprobieren. Nicht jede Methode passt zu jedem Lerntyp. Aber wenn Du früh herausfindest, wie Du am besten lernst, ersparst Du Dir später viel Stress – spätestens in der Examensvorbereitung.

Konkrete Beispiele für Lernmethoden

Besonders hilfreich können zum Beispiel diese Lernmethoden sein:

  • Pomodoro-Technik: Du lernst in festen Zeitblöcken und machst danach kurze Pausen. Das hilft Dir, konzentriert zu bleiben und nicht stundenlang unproduktiv am Schreibtisch zu sitzen. Die Pomodoro-Technik lässt sich ganz leicht in Deine Lerneinheiten integrieren.
  • Spaced Repetition: Du wiederholst Lernstoff nicht zufällig, sondern in bestimmten zeitlichen Abständen. Gerade Definitionen, Schemata und Streitstände lassen sich so besser im Langzeitgedächtnis verankern.
  • Active Recall: Du liest den Stoff nicht nur immer wieder durch, sondern fragst Dich aktiv ab. So merkst Du schnell, ob Du ein Thema wirklich beherrschst oder nur das Gefühl hast, es verstanden zu haben.
  • Feynman-Methode: Du erklärst ein Thema so einfach, als würdest Du es einer anderen Person beibringen. Wenn Dir das nicht gelingt, hast Du den Punkt meist noch nicht wirklich verstanden.

Kraatz-Tipp: Probiere Lernmethoden nicht erst kurz vor dem Examen aus. Nutze schon das Grundstudium, um herauszufinden, wie Du am besten lernst. Denn gute Lerntechnik ist keine Nebensache.

IV. Juristische Lernmaterialien: Lehrbuch, Karteikarten, Fälle und Skripte

Das Wichtigste in Kürze: Skripte, Klausurenschreiben, selbst geschriebene Karteikarten und Lernvideos sind die beste Kombination.

An dieser Stelle will ich Dir einen Überblick über die wichtigsten Lernmaterialien geben. Dieser Überblick basiert auf unserer über 20-jährigen Erfahrung als Jura-Repetitorium.

Vorweg aber schon einmal folgender Tipp: Die juristischen Lernmaterialien weisen große Qualitätsunterschiede auf. Wähle Dein Lernmaterial daher nicht einfach nach den Ratschlägen von Professoren oder älteren Kommilitonen aus, da ihre Empfehlungen oft fragwürdig sind. Suche Dein Lernmaterial von Anfang an selbst aus!

Welche Lernmaterialien gibt es?

1. Das juristische Lehrbuch

Lehrbücher vermitteln ein breites Spektrum an Wissen und gehen detailliert auf die Struktur, die Entwicklungsgeschichte und die Zielsetzung ein. Es ist von Vorteil, auf diese Quelle zurückzugreifen, wenn man Informationen nachschlagen möchte, insbesondere bei Unklarheiten oder Fragen, die beim Lernen auftauchen.

Beispiel: Du möchtest einen wichtigen Meinungsstreit nachlesen. Ich denke hier an im Detail nicht einfache Klassiker wie die Abgrenzung von bewusstem Vorsatz und Fahrlässigkeit oder das Verhältnis von Raub und räuberischer Erpressung.

Allerdings sind Lehrbücher normalerweise zu ausführlich, um sie effektiv für die Vorbereitung auf eine Klausur zu nutzen. Auch geben sie oft hauptsächlich die Ansichten der Verfasser wieder.

Die Lösungsskizze Deiner Klausur im Grundstudium folgt aber im Normalfall der herrschenden Meinung. Erst recht gilt dies für das Examen, weshalb Examenskandidaten – nach meiner Erfahrung – in der Examensvorbereitung praktisch keine Lehrbücher nutzen.

2. Das juristische Skript als Grundlage zum Erschließen des Lernstoffs

Jura Skripte hingegen siehst Du häufig auf den Tischen von Examenskandidaten, wenn Du Dich in der juristischen Bibliothek aufhältst.

Warum sind Skripte zum Jura Lernen meist besser geeignet?

Skripte sind für die Vorbereitung auf Jura Klausuren und das Staatsexamen meist besser geeignet als Lehrbücher.

Sie konzentrieren sich auf den prüfungsrelevanten Stoff, ordnen Definitionen und Meinungsstreits in die jeweiligen Prüfungsschemata ein und zeigen Dir anhand von Fällen, wie Du Dein Wissen in der Klausur anwendest.

Dadurch lernst Du strukturierter und sparst wertvolle Zeit. Lehrbücher solltest Du hingegen gezielt nutzen, wenn Du einzelne Probleme vertiefen oder genauer nachlesen möchtest.

Tipp zur Literaturauswahl

Wähle ein komplexes juristisches Problem aus (z.B. die Drittschadensliquidation im Zivilrecht) und lies dieses dann in mehreren Skripten nach.

Damit Du derartige komplexe Rechtsfragen besser verstehst und außerdem langfristig im Kopf behältst, haben wir übrigens in unseren Smart Skripten zusätzlich anschauliche Lernvideos implementiert. Diese kannst Du ganz einfach mittels QR-Code aufrufen.

Denn es ist aus lernpsychologischer Sicht erwiesen, dass die Kombination mehrerer Lernarten (Lesen sowie audiovisuelles Lernen) zu einem höheren langfristigen Lernerfolg führt.

3. Was bringen Vorlesungsskripte?

Wenn man die Vorlesung besucht, dann kann man das Vorlesungsskript ruhig begleitend einmal durcharbeiten.

Das Vorlesungsskript allein reicht jedoch selten aus, um sich auf die betreffende Klausur vorzubereiten. Dafür ist es einfach zu oberflächlich. Hierzu sollte man auf umfassendere (und vor allem klausurorientierte) Skripte privater Repetitorien zurückgreifen.

Ein weiteres Manko des Vorlesungsskripts ist es, dass dieses in der Regel nur die Meinung des Profs. widerspiegelt. Dadurch läuft man Gefahr, irgendwelche Mindermeinungen zu lernen, mit denen man dann später im Examen auf der Strecke bleibt.

Denn die offiziellen Lösungsskizzen der Prüfungsämter (viele unserer Dozenten verfügen selbst über Prüfererfahrung) folgen grds. immer der herrschenden Meinung.

4. Die Karteikarte zum Wiederholen

Gekaufte Karteikarten sind nicht zu empfehlen. Sie sind im Vergleich zu einem Juraskript meistens zu oberflächlich und das Wissen wird auch in der Regel eher abstrakt als mit Klausurbezug vermittelt.

Selbst geschriebene Karteikarten sind hingegen eine klare Empfehlung! Sie sind eine effektive Lernmethode, um die Inhalte besser zu verinnerlichen und die Anspruchsgrundlagen zu verstehen.

Wenn Du Dir beim Lernen mit Skripten und Klausuren bzw. Fällen selbst Karteikarten schreibst, verknüpft Dein Gehirn den Lernstoff durch das Selberschreiben besser. Auch eignen sich diese eigenen Rausschriften dann später gut zum Wiederholen.

5. Jura Lernvideos zum Vertiefen und Wiederholen

Jura Lernvideos bieten eine anschauliche und leicht zugängliche Möglichkeit, komplexe juristische Zusammenhänge verständlich zu machen. Sie ergänzen das Selbststudium von Skripten durch visuelle Erklärungen und praxisnahe Beispiele.

Wenn Du mehrere Lernkanäle kombinierst, verstehst Du den Stoff nicht nur besser, sondern behältst ihn auch langfristiger im Kopf. Zudem ermöglichen Lernvideos flexibles Lernen – jederzeit und ortsunabhängig – und eignen sich ideal zur Wiederholung vor Klausuren.

Falls Du an juristischen Lernvideos interessiert bist, sieh Dir gerne einmal den Kraatz Club, unsere digitale Jura-Lernplattform, näher an. Daneben setzen auch unsere smarten Skripte auf eine multimediale Kombination aus Text und Lernvideo.

6. Sollte ich Urteile und Beschlüsse lesen?

Häufig hört man den Tipp, dass man durch das Lesen von Gerichtsentscheidungen ein Gefühl für die juristische Sprache bekäme. Das stimmt nur halb.

In der Universität, im Jurastudium und im ersten Staatsexamen schreibt man ein Gutachten im Gutachtenstil. Urteile und Beschlüsse sind hingegen im Urteilsstil gehalten.

Auch sind die sprachlichen Formulierungen oft schwerfällig und kaum dafür geeignet, in einer Klausur genutzt zu werden.

Zudem geben die Gerichtsentscheidungen nur die Meinung der Rechtsprechung wieder. Wer aber einmal eine Vorlesung im Strafrecht besucht hat, der weiß, dass die Ansicht der Rechtsprechung allein nicht ausreicht, um eine gute Klausur zu schreiben.

Gerade das Auswendiglernen von Gerichtsentscheidungen ist ein schwerer Fehler. Eine bestimmte Fallkonstellation lässt sich nicht auf sämtliche Sachverhalte übertragen. Wenn der Klausurersteller nur eine kleine Stellschraube dreht, bringt das auswendig gelernte Wissen wenig.

7. Was nützen Ausbildungszeitschriften?

An vielen Universitäten wird empfohlen, bereits im ersten Semester eine Ausbildungszeitschrift zu lesen, um aktuelle Entwicklungen in Rechtsprechung und Wissenschaft zu verfolgen.

Dieser Hinweis ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, denn zu Beginn des Studiums steht nicht das Detailwissen über neueste BGH-Entscheidungen im Vordergrund, sondern das grundlegende Verständnis des juristischen Systems. Ein Zeitschriftenabonnement kann daher bedenkenlos auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Tipp: Wenn Du Dir einmal eine juristische Ausbildungszeitschrift näher ansehen möchtest, schau Dir die kostenlose ZJS näher an.

8. Schreibe Klausuren: Nur so lernst Du Klausurtaktik, Zeiteinteilung und Schwerpunktsetzung

Ohne hartes Klausur-Training kein Prädikatsexamen.

Last but not least kommen wir daher zu der wichtigsten Säule beim Jura Lernen: der Arbeit am praktischen Fall.

Klausurtaktik, Schwerpunktsetzung, Zeitmanagement und den Umgang mit auf den ersten Blick unbekannten Sachverhalten lernst Du nur, indem Du Dich der Prüfungssituation stellst und (möglichst viele) Übungsklausuren schreibst.

Was haben Jura Lernen und Schwimmen gemeinsam?

Man kann das Jura Lernen mit dem Schwimmunterricht vergleichen. Wenn Du nur die Theorie lernst, am Beckenrand bleibst und dort die Trockenschwimmübungen machst, wirst Du niemals zu einem guten Schwimmer (= Prädikatsjuristen).

Nur wenn Du ins kalte Wasser springst, wirst Du lernen, wie Du Dich im Wasser richtig verhältst:

  • Wie warm ist das Wasser?
  • Kommt von links eine Welle, von rechts, von vorne oder von hinten?
  • Wie fühlen sich die in der Theorie erlernten Bewegungen im Wasser an?
  • Wie komme ich schneller am anderen Ende des Beckens an?

Genauso ist es letztlich im Jurastudium: Bessere Klausurergebnisse erreichst Du nur, wenn Du Dich der Situation stellst.

Um Deine Klausurkompetenz zu verbessern, habe ich folgenden ausführlichen Guide für Dich verfasst: Klausuren im Jurastudium erfolgreich schreiben

9. Exkurs: Juristische Datenbanken (wichtig für Hausarbeiten, Seminararbeiten und im Referendariat)

In verschiedenen Online-Datenbanken findest Du Urteile, Fachliteratur wie Kommentare und Aufsätze sowie teilweise auch Lehrbücher.

a) Darum sind Datenbanken für das Jura-Lernen nicht notwendig

Datenbanken sind wichtig, wenn Du fachliche Inhalte vertieft recherchieren und juristische Fragen genauer nacharbeiten möchtest.

Für das reine Lernen für eine Klausur sind Online-Datenbanken dagegen meist nicht notwendig. Dort kommt es vor allem darauf an, den examensrelevanten Stoff zu verstehen, Fälle zu lösen und sicher mit dem Gesetz zu arbeiten.

b) Datenbanken sind für Hausarbeiten und Seminararbeiten überlebensnotwendig

Anders ist das bei Hausarbeiten und Seminararbeiten im Schwerpunkt: Hier brauchst Du Online-Datenbanken regelmäßig, weil Du wissenschaftlich arbeiten, Rechtsprechung und Literatur auswerten und Deine Argumentation mit belastbaren Quellen belegen musst.

Hinweis: Es gibt an fast allen rechtswissenschaftlichen Fakultäten Lehrgänge zur Nutzung der juristischen Datenbanken. Besuche diese, denn Datenbanken wie BeckOnline oder Juris werden Dich Deine gesamte Karriere bis zur Rente begleiten.

c) Juris und Beck-Online erleichtern Dir das Referendariat

Später im Referendariat und erst recht im Beruf sind solche Datenbanken absolut elementar. Andernfalls wirst Du mit Deinen praktischen Aufgaben zeitlich nicht fertig. Ohne sie kann heutzutage kein Anwalt, Richter oder Staatsanwalt effektiv arbeiten.

10. Erfolgreiches Lernen: Zusammenfassende Übersicht über die Lernmaterialien des Jurastudiums

V. Extra Lerntipps für das Vollbefriedigend im Examen

Wenn Du die bisherigen Tipps verinnerlichst, bist Du schon auf dem besten Weg hin zu guten Klausuren. Falls es dennoch noch nicht ganz zum Vollbefriedigend reicht, habe ich an dieser Stelle noch drei weitere Tipps für Dich:

1. Wie lerne ich richtig mit korrigierten Übungsklausuren?

Schon im Grundstudium solltest Du regelmäßig Übungsklausuren schreiben, um Deine Lernmethode zu optimieren.

Warum?

Weil eine Juraklausur keine reine Wissensprüfung ist. Sie ist vor allem eine Anwendungsprüfung. Du musst Dein abstraktes Wissen am konkreten Fall einsetzen, Schwerpunkte erkennen, sauber subsumieren und Deine Lösung verständlich zu Papier bringen.

Genau das lernst Du nicht allein durch Lehrbücher, Skripte oder Karteikarten. Du lernst es vor allem durch Klausuren – und noch wichtiger: durch die richtige Arbeit mit korrigierten Klausuren.

Im Idealfall lässt Du Deine Übungsklausuren von jemandem korrigieren, der juristisch sicher ist und Dir ehrlich sagen kann, wo Du Punkte verlierst. Das kann zum Beispiel ein Freund sein, der das erste Staatsexamen bereits bestanden hat, oder einer unserer erfahrenen Dozenten im Jura Einzelunterricht.

Viele Studierende machen hier den entscheidenden Fehler: Sie schreiben zwar Übungsklausuren (die meisten erst in der Examensvorbereitung – ein grundlegender Fehler!), beschäftigen sich aber nicht gründlich genug mit der Korrektur.

Damit verschenken sie den eigentlichen Lerneffekt. Denn erst die Korrektur zeigt Dir, wo Du wirklich Punkte verlierst: beim Aufbau, bei der Schwerpunktsetzung, beim Gutachtenstil, bei der Subsumtion, beim Zeitmanagement oder beim materiellen Wissen.

So lernst Du am besten aus korrigierten Klausuren

  • Fehler aus der korrigierten Klausur herausschreiben
  • nicht nur notieren, was falsch war, sondern wie es richtig gewesen wäre
  • typische Fehler nach Kategorien sammeln: Aufbau, Subsumtion, Schwerpunktsetzung, Zeitmanagement, materielles Wissen
  • Korrektur nicht nur überfliegen, sondern wirklich verstehen
  • problematische Stellen mit Musterlösung, Skript oder eigenen Unterlagen nacharbeiten
  • Fehler mit einem Dozenten, Kommilitonen oder in der Lerngruppe besprechen
  • bereits geschriebene Klausuren nach einigen Wochen erneut mit einer Lösungsskizze bearbeiten
  • alte Fehler mit der früheren Korrektur abgleichen
  • ähnliche Klausuren zu denselben Themen erneut schreiben; prüfen, ob der Fehler wirklich abgestellt wurde
  • aus jeder korrigierten Klausur konkrete Lernziele für die nächste Klausur ableiten

2. Die optimale Darstellung der Meinungsstreitigkeiten in der Fallbearbeitung

Unserer Erfahrung nach tun sich viele Jurastudierende (selbst im Examen) schwer damit, einen Meinungsstreit in der Klausur richtig darzustellen. Gerade im Strafrecht ist das Erkennen und richtige Bearbeiten der (zahlreichen) Meinungsstreitigkeiten in der Klausur aber entscheidend, um eine gute Note zu bekommen.

Daher habe ich für Dich einen ausführlichen Artikel verfasst, in dem ich auf alle relevanten Aspekte eingehe: Darstellung eines Meinungsstreits in der juristischen Klausur

3. Was will Dein Prüfer?

Dein Prüfer will sehen, dass Du juristisch denken kannst und die relevanten Anspruchsgrundlagen bzw. einschlägige Normen und Prüfungsstrukturen kennst.

Mit anderen Worten: Du sollst einen (unbekannten) Sachverhalt unter Nutzung Deines juristischen Handwerkszeugs gutachterlich lösen.

Da viele unserer über 40 Dozenten selbst über Prüfererfahrung am JPA verfügen, haben wir für Dich mehrere ausführliche Artikel verfasst, in denen wir darauf eingehen, was Deine Prüfer von Dir verlangen:

VI. Unser Bonus für Dich: Jura online lernen

Jura online lernen hilft Dir, den Stoff nicht nur zu wiederholen, sondern zu strukturieren. Gerade im Jurastudium verlierst Du schnell den Überblick: Definitionen, Streitstände, Schemata, Rechtsprechung und Klausurtechnik greifen ineinander.

Online kannst Du Inhalte flexibel wiederholen, gezielt Lücken schließen und schwierige Themen in Deinem eigenen Tempo vertiefen. Gleichzeitig sparst Du Wege, nutzt Lernzeiten effizienter und kannst Einheiten besser in Deinen Alltag integrieren.

Entscheidend ist aber: Gutes Online Lernen ersetzt Präsenz nicht einfach, sondern verbindet verständliche Erklärung, klare Struktur und kontinuierliche Wiederholung. So wird aus abstraktem Wissen Schritt für Schritt echte Klausurkompetenz.

1. Jura online Repetitorium: das Online-Angebot der Kraatz Group – effizient, interaktiv und flexibel lernen

Das Online-Angebot der Kraatz Group setzt genau dort an, wo Jura Lernen schwierig wird: bei Struktur, Anwendung und individueller Rückmeldung.

Das bieten wir Dir

  • Jura Nachhilfe: Im Jura Einzelunterricht oder der Kraatz Elite Kleingruppe arbeitest Du mit einem erfahrenen Dozenten an Deinen konkreten Schwächen, entwickelst einen passenden Lernplan und trainierst die klausurentscheidende Umsetzung am Fall. Zeitgemäß online und per Zoom.
  • Lernplattform: Ergänzend bietet der Kraatz Club eine digitale Lernplattform mit Lernvideos, Wiederholungsmöglichkeiten und Zusatzmaterialien, die Du flexibel in Deine Vorbereitung einbauen kannst.
  • Klausuren- und Rechtsprechungskurse: Wenn Du kurz vor dem Examen stehst, helfen Dir die Klausuren- und Rechtsprechungskurse, aktuelle examensrelevante Entscheidungen zu erfassen, einzuordnen und klausurtauglich nutzbar zu machen.
  • Smarte Skripte: Exzellente Lernmaterialien bietet der Jura Essentials Verlag: Unsere Smart Skripte verbinden die klassische Skriptstruktur mit digitalen Lernvideos.

So entsteht ein Online-Lernangebot, das nicht bei bloßer Stoffvermittlung stehenbleibt, sondern Dich beim Verstehen, Wiederholen und Anwenden begleitet.

Besonders stark ist die Verbindung aus persönlicher Betreuung, digitaler Flexibilität und klausurorientierten Materialien. Du lernst nicht einfach mehr, sondern gezielter – von der ersten Lernphase bis zur heißen Examensvorbereitung, ohne starre Ortsbindung und mit einem klaren Blick auf Deine Klausurziele.

2. Unser digitales Gratis-Angebot für Dich

Du möchtest uns gratis testen?

Zusätzlich zu unserem kommerziellen Angebot kannst Du über den kostenlosen Jura Newsletter monatliche Rechtsprechungsübersichten und Lernimpulse erhalten.

Über die kostenfreien E-Books bekommst Du außerdem Workbooks, die Dir den Einstieg und die Strukturierung Deines Jura Lernens erleichtern.

VII. Fazit: richtig Jura lernen im Jurastudium und als Jurastudierende(r) durchstarten

Richtig Jura lernen bedeutet nicht, möglichst viele Stunden am Schreibtisch zu sitzen. Entscheidend ist, dass Du mit System lernst, den Stoff regelmäßig wiederholst und Dein Wissen immer wieder am Fall anwendest.

Ein guter Lernplan, die sichere Arbeit mit dem Gesetz, passende Lernmethoden und die richtigen Lernmaterialien bilden dafür die Grundlage. Lehrbücher, Skripte, Karteikarten, Lernvideos, Fälle und Klausuren haben jeweils ihren eigenen Zweck. Wichtig ist, dass Du sie nicht beliebig kombinierst, sondern bewusst einsetzt.

Der wichtigste Punkt bleibt aber: Jura lernst Du nicht nur durch Lesen, sondern durch Anwendung. Wer gute Klausuren schreiben will, muss früh mit Fällen arbeiten, Übungsklausuren schreiben und aus jeder Korrektur konkrete Lernziele ableiten.

Wenn Du genau das konsequent umsetzt, wird Jura deutlich strukturierter. Dann lernst Du nicht mehr planlos, sondern baust Schritt für Schritt echte Klausurkompetenz auf.

Wenn Du im Jura-Studium schneller Fortschritte machen möchtest, unterstützen wir Dich gerne auf Deinem Weg. In der Akademie Kraatz begleiten Dich erfahrene Dozenten vom Grundstudium bis zum 1. Staatsexamen mit individueller Analyse, klarer Struktur und konsequentem Klausurtraining.

Für das Referendariat und das 2. Staatsexamen steht Dir die Assessor Akademie zur Seite. So erhältst Du genau die Unterstützung, die zu Deiner aktuellen Ausbildungsphase passt.

Vereinbare gerne Dein kostenloses Beratungsgespräch. Gemeinsam schauen wir, wo Du stehst, welche Lernstrategie zu Dir passt und wie Du Deine Klausurkompetenz gezielt verbessern kannst.

Dr. Robert König

Mitgeschäftsführender Gesellschafter des Jura Essentials Verlags (ein Unternehmen der Kraatz Group)

FAQ – Meine Antworten auf Deine Fragen

Welcher IQ ist für ein Jurastudium erforderlich?

Für das Jurastudium brauchst Du keinen bestimmten IQ. Wichtiger sind Ausdauer, System, sauberes Denken und regelmäßiges Klausurtraining.

Ist das Jura Studium nur Auswendiglernen?

Nein. Du musst Definitionen und Schemata kennen, aber entscheidend ist die Anwendung am Fall. Jura erfordert vor allem Verständnis und Klausurtechnik.

Was sind typische Herausforderungen im Jurastudium?

Typisch sind die große Stoffmenge, fehlende Struktur, Leistungsdruck und zu wenig Klausurpraxis. Ein guter Lernplan und regelmäßiges Falltraining helfen dagegen.

Wie lange dauert es, Jura zu lernen?

Jura lernst Du Schritt für Schritt über das gesamte Studium hinweg. Für die Examensvorbereitung solltest Du meist etwa 12 bis 18 Monate einplanen. Das Jurastudium an sich dauert im Regelfall ca. 11 Semester.

Gibt es kostenlose Ressourcen zum Jura Lernen?

Ja. Die Kraatz Group bietet Dir kostenlose Blogartikel, E-Books (z.B. Workbooks zur Zwischenprüfung und zum Hauptstudium) und unseren kostenlosen Newsletter mit gratis Rechtsprechungsübersichten, Rabattcodes (z.B. für den Kraatz Club) und Lernhinweisen.

Was ist das schwerste Rechtsgebiet?

Für viele ist das Zivilrecht am schwersten, da es am umfangreichsten ist. Innerhalb des Zivilrechts fällt vielen Juristinnen und Juristen das Sachenrecht sehr schwer, während das Schuldrecht häufiger als leichter empfunden wird. Letztlich ist diese Frage aber sehr individuell geprägt. Es gibt auch Studierende, die das öffentliche Recht als das schwierigste Rechtsgebiet bezeichnen würden. 

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